Um mit den eigenen Inhalten und Forderungen möglichst viele Menschen zu erreichen, ist es wichtig, eine kontinuierliche und durchdachte Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. 


Internetseiten
Eine der einfachsten Möglichkeiten, Außenstehende über die Arbeit eurer Gruppe zu informieren, bieten Blogs und Internetseiten. Es existieren mittlerweile unzählige Anbieter, bei denen Ihr kostenlos, anonym und manchmal sogar ohne lästige Werbung eine Seite einrichten könnt. Die Gestaltung eurer Website sollte zu eurem Image und eurer Zielgruppe passen. Wenn Ihr von einer breiten Öffentlichkeit als seriöser Ansprechpartner wahrgenommen werden wollt, ist es wenig hilfreich, wenn schon auf dem Banner der Website steineschmeißende Gestalten zu sehen sind und Ihr in euren Artikeln unentwegt von „Faschos“ und „Bullenschweinen“ sprecht. Beim Verfassen von Artikeln müsst Ihr euch zudem überlegen, welche Themen für eure Zielgruppe interessant sind. Wer die Website einer lokalen Antifa-Gruppe besucht, möchte in der Regel auch über lokale Aktivitäten informiert werden und nicht über Demonstrationen oder Polizeiübergriffe, die in Berlin stattgefunden haben.

E-Mailverteiler
Eine weitere relativ unkomplizierte Möglichkeit, um viele Menschen auf eure Aktivitäten aufmerksam zu machen, sind E-Mailverteiler. So könnt Ihr beispielsweise regelmäßig die Ortsverbände der Parteien, Gewerkschaften etc. in eurer Stadt über eure Aktivitäten informieren. Auch hier solltet Ihr darauf achten, dass eure Mitteilungen für die Leser auch interessant sind, da eure Mails ansonsten zukünftig direkt im Papierkorb landen werden.

Flugblätter
Wozu Flugblätter? Liegt eigentlich auf der Hand: Um eigene inhaltliche Stellungnahmen zu verbreiten, Positionen in öffentlichen Diskussionen zu beziehen, auf Sachverhalte aufmerksam zu machen. Trotzdem lohnt es sich vor jeder Veröffentlichung, darüber nachzudenken, ob sie in dieser Form Sinn macht – vielleicht gilt das ganz besonders für Flugblätter.
Ein Flugblatt soll von möglichst vielen gelesen werden. Wenn euer Output nur an eine bestimmte Gruppe gerichtet ist, lohnt es sich oft eher, den Text auf eurer Internetseite, Blogs oder per Mail kundzutun. Also stellt sich die Frage, wie ihr die Leute dazu kriegt, das Flugblatt zu lesen. Das ist allerdings ein echtes Problem, für das wir keine Lösung bieten können.
Was aber grundsätzlich überlegt werden sollte, ist…
– Ein gutes Layout (Große, unkompliziert formulierte Überschrift – muss ja nicht im BILD-Jargon sein! Übersichtliches Layout, kurze Absätze, Schriftgröße im Text nicht unter 11 Punkt, evtl. Bilder, zwischen den Absätzen Leerzeilen, eventuelle Aufrufe oder/und Termine am Schluss nochmal fett und groß schreiben)
– Verständlich schreiben (der Text ist ja nicht als Beweis für eure intellektuelle Schärfe gedacht, sondern damit möglichst viele ihn verstehen. Was wiederum auch nicht heißt, dass man für Vorschulkinder schreiben muss – außer, das ist eure Zielgruppe. Also möglichst wenig Kettensätze, wenig Fremdwörter, wenig Wissen über sehr spezifische wissenschaftliche Bereiche voraussetzen)
– Rechtliche Absicherung: Es muss ein V.i.S.d.P., also ein Verantwortlicher im Sinne des Presserechts, auf dem Flugblatt stehen. Wer das allerdings ist, da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Was könnt ihr dafür, wenn ihr im besten Wissen und Gewissen, dass es diese Person wirklich gibt, die Flugis verteilt habt?
– Ort der Verteilaktion (Texte über sehr lokal begrenzte Auseinandersetzungen am besten in die Briefkästen der Nachbarschaft. Ansonsten, je nach Aussage und Zielgruppe: Samstag Mittags in der Innenstadt, morgens vor Schulen, nachmittags an der Uni, am Hauptbahnhof, vor bestimmten Clubs usw. Flugblätter kann man übrigens auch gut in Cafés, Kneipen, Clubs, Bücherläden, linken Zentren, Jugendfreizeitstätten usw. auslegen, wenn man vorher gefragt hat.

Pressemitteilungen
Die meisten Leute erreicht man als Antifa-Gruppe natürlich dann, wenn es gelingt, seine Forderungen, Recherche-Ergebnisse oder Veranstaltungsankündigungen in etablierten Zeitungen oder Nachrichtenportalen zu platzieren. Persönliche Kontakte zu Journalisten sind dabei natürlich sehr hilfreich. Aber auch eine gut geschriebene Pressemitteilung kann dazu führen, dass man es in die Berichterstattung der regionalen Zeitungen schafft.
Pressemitteilungen sollten kurz, informativ und einwandfrei recherchiert sein. Das Thema und die entscheidenden Informationen sollten schon aus der Überschrift und den ersten Zeilen der Meldung hervorgehen. Der gesamte Text sollte maximal eine DIN A4 Seite umfassen, günstiger wäre eine halbe Seite. Wenn Ihr einer Redaktion mehrmals uninteressante oder gar inhaltlich fehlerhafte Mitteilungen schickt, wird diese eure Meldungen nicht mehr berücksichtigen. Ein seriöser Stil ist bei Pressemitteilungen besonders wichtig. Auf Szenebegriffe wie „Bullen“ oder „Faschos“ sollte daher ebenso verzichtet werden wie auf unverständliche Abkürzungen oder den übermäßigen Gebrauch von Ausrufezeichen. Zudem empfiehlt es sich, eure Mailadresse und den Gruppennamen, unter dem ihr veröffentlicht, längerfristig beizubehalten; gerade wenn eure Pressemitteilungen schon einmal von der Presse aufgegriffen worden sind. Hilfreich ist es natürlich, wenn Ihr die E-Mailadressen von Redakteuren kennt, die bereit sind, auch über antifaschistische Themen zu berichten. Ganz wichtig: Auf einer Pressemitteilung müssen Kontaktdaten für mögliche Nachfragen angegeben sein. Zumindest eine E-Mailadresse, am besten aber auch eine Telefonnummer, unter der Ihr erreichbar seid.
Eine sehr gute Anleitung zum Verfassen von Pressemitteilungen findet ihr hier.